Der Vietnamkrieg: Die Tet-Offensive 1968 Drucken

Der Vietnamkrieg war der erste Krieg, über den das Fernsehen in den USA und vielen anderen Ländern ausführlich berichtete. Die Anti-Kriegs-Bewegung wurde vor allem in den USA immer größer. Im Januar 1968 griffen nordvietnamesische Soldaten Dutzende Städte an und drangen bis in die US-Botschaft in Saigon vor. Diese so genannte Tet-Offensive führte zur Kriegswende.

TV-Berichterstattung und Anti-Kriegs-Bewegung

Der Vietnamkrieg war der erste Krieg, über den Zeitungen, Fernseh- und Radiostationen in aller Welt jeden Tag ausführlich berichteten. Anders als bei allen späteren Kriege, konnten sich die vielen Kriegsberichterstatter verhältnismäßig frei bewegen und über die Geschehnisse berichten. Die Fernsehbilder von Bombardements, Kraterlandschaften, zerstörten Dörfern und Todesopfern erregten weltweite Proteste gegen den Vietnamkrieg. Die Glaubwürdigkeit der US-Regierung, die einen schnellen Sieg versprochen hatte, sank.

Im April 1965 demonstrierten erstmals 25.000 Studenten in Washington. Auch in London, Paris und anderen westlichen Metropolen kam es bald zu Großdemonstrationen. Im April und Oktober 1967 demonstrierten wieder Hunderttausende in New York, San Francisco und Washington. Prominente wie Martin Luther King schlossen sich der Anti-Kriegs-Bewegung an. Die Zustimmung der US-Bevölkerung zum Vietnamkrieg war von 52 Prozent (bei Kriegsbeginn im August 1965) auf 28 Prozent (Mai 1971) gesunken.

Die Tet-Offensive 1968

1968 zerstörte die Tet-Offensive den Glauben der USA an ein baldiges Kriegsende. Völlig überraschend griffen mehr als 80.000 Kämpfer der FNL zeitgleich landesweit über 60 Städte an. Für die groß angelegte Offensive wählten sie den 31. Januar 1968, an dem wegen des vietnamesischen Neujahrsfestes (Tet) Waffenstillstand herrschte. Die Kämpfer drangen in Saigon sogar bis in den Präsidentenpalast und die US-Botschaft vor. Über eine halbe Million Tote und die Bilder der Botschaftsbesetzung schockierten die amerikanische Bevölkerung, in der die Stimmung nun endgültig gegen den Krieg kippte. Auch der Weltöffentlichkeit wurde nun klar, dass die USA entgegen ihrer Beteuerungen die Lage in Vietnam nicht „im Griff“ hatte.

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