Der Vietnamkrieg: Abzug der Amerikaner Drucken

1969 begann US-Präsident Richard Nixon mit der so genannten „Vietnamisierung des Krieges“, Begann mit dem Truppenabzug und setzte auf die Aufrüstung der südvietnamesischen Armee. Im September 1969 starb Ho Chi Minh.

Der Kurswechsel der USA

Mit der Tet-Offensive hatte Nordvietnam sein Ziel erreicht, den Kampfgeist der Amerikaner zu erschüttern. Präsident Lyndon B. Johnson entsendete keine neuen Truppen mehr nach Vietnam und zeigte sich verhandlungsbereit. Wenige Monate später begannen im Mai 1968 in Paris Waffenstillstandsgespräche zwischen den USA und der Demokratischen Republik Vietnam, die erst 1973 mit dem Pariser Abkommen endeten.

Richard Nixon gewann im November 1968 die Präsidentschaftswahlen mit dem Versprechen, die US-Soldaten schnellstmöglich wieder nach Hause zu holen. Er setzte auf die „Vietnamisierung des Krieges“, also auf den Rückzug der US-Truppen und die  Aufrüstung der südvietnamesischen Armee. Nichtsdestotrotz war die Truppenstärke der USA im März 1969 größer als je zuvor, unterstützt durch Soldaten aus Ländern wie Australien, Neuseeland, Thailand und den Philippinen. Der Truppenabzug begann im Mai 1969. Im Juli 1969 kündigte der US-Präsident mit der Nixon-Doktrin an, dass die Südvietnamesen die Kriegsführung militärisch und finanziell wieder selbst in die Hände nehmen sollten.

Die vietnamesischen Kriegsgegner

Im Juni 1969 wurde neben der Demokratischen Republik Vietnam (der Norden) und der Republik Vietnam (der Süden) ein drittes Staatsgebilde ausgerufen. Die Freiheitskämpfer der FNL proklamierten, ebenfalls im Süden, die Provisorische Revolutionäre Regierung der Republik Südvietnam. Zahlreiche kommunistische Länder erkannten diese Regierung an.

Am 3. September 1969 starb Ho Chi Minh. Seine Macht teilten sich Ministerpräsident Pham Van Dong, Verteidigungsminister Vo Nguyen Giap, der Nationalversammlungs-Vorsitzende Truong Chinh und Parteigeneralsekretär Le Duan.

1970 breiteten sich die Kriegshandlungen in die Nachbarländer aus. Die Nachschubwege der FNL führten zum Teil durch die grenznahen Dschungelgebiete von Laos und Kambodscha. Auch hier hatten US-Flugzeuge Bomben abgeworfen und das Entlaubungsmittel Agent Orange gesprüht. In Kambodscha, das lange Beziehungen zu kommunistischen Regierungen wie China und Nordvietnam gepflegt hatte, wurde Prinz Sihanouk am 18. März 1970 gestürzt. Bereits zwei Tage später marschierten südvietnamesische und amerikanische Truppen in Kambodscha ein, um Lager der Vietcong zu zerstören. Doch weder die Angriffe in Kambodscha noch ein ähnlich angelegter Feldzug in Laos im Februar 1971 brachten große Erfolge. Zu diesem Zeitpunkt hatten die USA die Armee Südvietnams auf eine Million Soldaten und damit zur viertgrößten Armee der Welt hochgerüstet.

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