Der Vietnamkrieg: Die Oster-Offensive 1975 Drucken

Ab 1972 brachten nordvietnamesische Soldaten immer mehr Provinzen im Süden unter ihre Kontrolle. 1973 schlossen die USA und Nordvietnam in Paris ein Waffenstillstandsabkommen. In der Osteroffensive 1975 rückte die nordvietnamesische Armee bis in den Süden vor und eroberte am 30. April 1975 Saigon. Damit war der Vietnamkrieg zu Ende.

Das „Weihnachts-Bombardement“ 1972

Im März 1972 eroberte die nordvietnamesische Armee erste Provinzen in Südvietnam. US- und südvietnamesische Truppen reagieren mit Gegenangriffen. Im Juli wurden die unterbrochenen Waffenstillstandsgespräche in Paris zwischen den USA und Nordvietnam wieder aufgenommen.

Im Oktober wurden sich US-Sicherheitsberater Henry Kissenger und Nordvietnams Vertreter Le Duc Tho über wesentliche Punkte einig, die Südvietnams Präsident Thieu jedoch ablehnte. Daraufhin platzten die Verhandlungen am 13. Dezember; um Nordvietnam wieder zurück an den Verhandlungstisch zu bringen, flogen US-Bomber zwischen dem 18. und 29. Dezember 1972 den heftigsten Angriff des gesamten Vietnamkrieges. In weniger als zwei Wochen zerstörten sie weite Teile von Hanoi, der Hafenstadt Haiphong sowie der Straßen und Gleise mit über 20.000 Tonnen Bomben.

Das Pariser Abkommen 1973

Anfang Januar 1973 nahmen Henry Kissenger und Le Duc Tho die Gespräche wieder auf. Am 27. Januar unterzeichnen die USA und die vietnamesischen Regierungen das Pariser Abkommen. Es besagt den sofortigen Waffenstillstand, den Truppenabzug der verbliebenen US-Soldaten, den Erhalt der Demarkationslinie am 17. Breitengrad und die Existenz von zwei Regierungen in Vietnam. Henry Kissenger und Le Duc Tho (der ihn ablehnte) erhielten im gleichen Jahr den Friedensnobelpreis.

Die Oster-Offensive 1975

Die Oster-Offensive führte im Frühjahr 1975 innerhalb weniger Wochen zum Kriegsende. Die Soldaten der nordvietnamesischen Armee und der FNL trafen auf einen geschwächten Gegner; denn die Soldaten der südvietnamesischen Armee liefen zu Zehntausenden zu ihnen über.

Im Februar drang die nordvietnamesische Armee in südvietnamesisches Gebiet vor. Am 11. März eroberte sie Buon Ma Thuot, gefolgt von Hue am 25. März und Danang am 30. März, und marschierte in Richtung Saigon. Südvietnams Präsident Thieu dankte am 25. April ab und setzte sich nach Taiwan ins Exil ab. Auch die in Saigon verbliebenen US-Bürger flüchteten, zum Teil noch mit Hubschraubern vom Dach der amerikanischen Botschaft. Am 30. April 1975 nahmen nordvietnamesische Soldaten den Präsidentenpalast ein. Mit der Kapitulation Südvietnams war der Krieg zu Ende.

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