Der Vietnamkrieg: Die ersten Jahre Drucken

Nach langer Aufrüstung und dem Tonkin-Zwischenfall begann der Vietnamkrieg. In den ersten Jahren des Vietnamkrieges kamen Hunderttausende US-Soldaten nach Vietnam. Die jahrelangen, schweren Gefechte, Massaker und Bombardierungen forderten Millionen Todesopfer.

Die Aufrüstung

Schon seit längerem hatten die USA unter Präsident John F. Kennedy die Truppen Südvietnams aufgerüstet und mittlerweile über 20.000 Armee-Berater in Saigon angesiedelt. Gleichzeitig brachte Nordvietnam mit Unterstützung von China und Russland Kämpfer und Waffen über den Ho-Chi-Minh-Pfad im Hinterland in den Süden. Damit versorgten sie die Nationale Befreiungsfront (FNL), die bereits nennenswerte Teile des Südens kontrollierte. Um diesen Nachschub abzuschneiden, begannen die USA im Februar 1964 mit der Bombardierung nordvietnamesischer Städte und der Bergregionen des Ho-Chi-Minh-Pfades.

Der Tonkin-Zwischenfall

Der Hardliner Lyndon B. Johnson, der seit der Ermordung von Kennedy im November 1963 US-Präsident war, wollte ein weiteres Vorrücken der FNL um jeden Preis verhindern. Den Anlass für einen offiziellen Kriegsbeginn bot der Tonkin-Zwischenfall: Am 2. August 1964 beschuldigten die USA Nordvietnam, eines ihrer Kriegsschiffe im Golf von Tonkin angegriffen zu haben. Wenige Tage später legitimierte der US-Kongress mit der Tonkin-Resolution jegliche Maßnahmen zur Verteidigung von US-Truppen und ihrer Verbündeten in Südostasien. Daraufhin begannen die USA offiziell mit der Entsendung von Soldaten. Die ersten US-Bodentruppen landeten am 8. März 1965 in Danang. Daraufhin sandte Nordvietnam erstmals Truppen in den Süden.

Jahre massiver Kämpfe

Viele Jahre lang standen sich in Südvietnam Millionen Soldaten gegenüber: Auf der einen Seite standen die südvietnamesische Armee (ARVN) und mehr als eine halbe Million US-Kämpfer. Auf der anderen Seite führte die nordvietnamesische Armee gemeinsam mit den südvietnamesischen Freiheitskämpfern der FNL (darunter die Vietcong) einen Guerillakrieg.

Die US-Soldaten waren zwar gut ausgerüstet und strategisch überlegen, konnten sich jedoch nicht auf die Kriegstechnik des Gegners einstellen und verfügten weder über Ortskenntnis noch lokale Unterstützung; denn die Bevölkerung half den vietnamesischen Freiheitskämpfern. Die Amerikaner versuchten dies zu unterbinden, indem sie Bauern in überwachte „Wehrdörfer“ umsiedelten, die Nachschubpfade massiv mit Napalm und dem Entlaubungsmittel Agent Orange bombardierten und Reisfelder mit Agent Blue vergifteten. Außerdem kam es – durch beide Kriegsparteien – zunehmend zu Dorfniederbrennungen und Massakern, wie im März 1968 in My Lai, wo US-Soldaten innerhalb weniger Stunden mehr als 500 Menschen ermordeten. Auch waren die Militärbasen der USA häufige Angriffsziele der Vietcong. US-Bomber wiederum warfen jahrelang Bomben über Süd- und Zentralvietnam ab. Insgesamt wurden im gesamten Vietnamkrieg 14 Tonnen Sprengstoff abgeworfen, das Dreifache der Menge des Zweiten Weltkriegs.

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