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Die französische Kolonialzeit (ab 1858) PDF Drucken E-Mail

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts baute Frankreich seine Vormachtstellung in Vietnam aus. Aus den Protektoraten und Kolonien in Vietnam, Kambodscha und Laos wird Indochina.

Die Kolonie Cochinchina

Anfang des 19. Jahrhunderts regierte mit Gia Long ein toleranter vietnamesischer Kaiser. Seine Nachfolger Minh Mang (1820-1841), Thieu Tri (1841-1847) und Tu Duc (1847-1883) hingegen lehnten Handelsbeziehungen mit dem Ausland ab. Außerdem unterdrückten sie Katholiken, brannten Kirchen nieder und verfolgten und ermordeten  einheimische konvertierte Christen und französische Missionare. Das nahm Frankreich zum Anlass, in Vietnam einzumarschieren. 1858 landeten französische Truppen in Tourane (Danang), 1859 eroberten sie Saigon. 1862 musste Kaiser Tu Duc Saigon, einige reiche Mekong-Provinzen und die Insel Phu Quoc an Frankreich abtreten. In diesen Gebieten, die 1867 die Kolonie Cochinchina formten, setzte Frankreich die Religionsfreiheit durch.

Expansion zur Kolonie Indochina

In den folgenden Jahren weitete Frankreich sein Machtgebiet aus. 1873 griffen die Franzosen Hanoi an und eroberten die Hafenstadt Haiphong. Als Kaiser Tu Duc 1883 starb, trat sein minderjähriger, machtloser Nachfolger 1884 das zentralvietnamesische Annam und das nordvietnamesische Tonkin an die Franzosen ab. Aus Cochinchina, Annam, Tonkin und dem 1863 eroberten Protektorat Kambodscha wurde 1887 die Kolonie der „Union Indochinoise“ (Französisch-Indochina). Laos kam 1893 als Protektorat hinzu.

Wachstum der Wirtschaft

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich Indochina zu einer der profitabelsten Kolonien Frankreichs. Im Norden wurde der Bergbau eingeführt und Kohle, Blei und Zinn abgebaut. Im zentralen Hochland entstanden Kaffee- und Kautschukplantagen, im Süden wurde der Reisanbau intensiviert. Zwangsarbeiter bauten Straßen, Eisenbahnschienen und Kanäle im Mekongdelta, was die Infrastruktur entscheidend verbesserte. Die Kolonialmacht exportierte die Rohstoffe nach Frankreich und in andere Absatzmärkte und nutzte den Handelsweg nach China.

Die Kolonie Indochina wurde von einem Generalgouverneur mit Sitz in Hanoi geführt. Das Kaiserhaus in Hue hatte jegliche Macht verloren. Da kaum Franzosen nach Indochina kamen, wurden in der Verwaltung überwiegend einheimische Katholiken und Chinesen eingesetzt, die bald zur gesellschaftlichen Elite gehörten. Einige von ihnen studierten in Frankreich und kamen dort erstmals mit den Ideen eines Nationalstaats und des Kommunismus in Berührung. Die vietnamesische Bevölkerung litt sehr unter der Arbeitsbelastung und der hohen Steuerlast. Diese Konstellation führte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts häufig zu Widerständen gegen die Kolonialmacht.

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