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Die Dynastien im 16. bis 19. Jahrhundert PDF Drucken E-Mail

Machtstreitigkeiten zwischen Herrscherfamilien führten zu Instabilität, Kriegen und im 17. Jahrhundert zur Nord-Süd-Teilung. Erste europäische Händler und Missionare kamen ins Land. Das 19. Jahrhundert war geprägt von der Wiedervereinigung und dem Beginn der französischen Kolonialzeit.

Machtkämpfe und Teilung (1497-1771)

Anfang des 16. Jahrhunderts nutzten einige Familien die Schwäche der Le-Dynastie. 1527 ernannte sich der General Mac Dang Dung im Norden zum Kaiser. In Thanh Hoa unweit von Hanoi verhalf Nguyen Kim, ein ehemaliger Hofbeamter, wieder einem Le-König auf den Thron. Mitte des 16. Jahrhunderts übernahm sein Schwiegersohn Trinh Kiem die Macht, während sein Sohn Nguyen Hoang große Teile Zentralvietnams beherrschte. Während die südlichen Regionen prosperierten, führten die Trinh und die Mac im Norden einen Bürgerkrieg, der erst 1592 endete.

Faktisch regierten nun die Trinh von Thanh Long (Hanoi) aus den Norden, die Nguyen von Phu Xuan (Hue) aus den Süden des Landes. Nach fast einem halben Jahrhundert von Machtkämpfen und Kriegen kam es 1673 auch offiziell zur Teilung des Landes. Der Giang-Fluss nördlich von Dong Hoi bildete die Grenze. Die Nguyen dehnten ihren Einflussbereich bis ins Mekong-Delta im Süden aus.

Zu dieser Zeit siedelten sich in der Hafenstadt Faifo (heute Hoi An) die ersten ausländischen Händler an. Im 16. Jahrhundert kamen Portugiesen. Da China und Japan bald Außenhandel verboten, verlagerten chinesische und japanische Händler ihre Geschäfte nach Faifo. Hier existierten im 17. Jahrhundert auch Handelsgesellschaften aus England, Holland und Frankreich. Auch Missionare der Jesuiten und Franziskaner sind in Vietnam aktiv. Seinerzeit führte der französische Jesuit Alexandre de Rhodes die vietnamesische Schreibweise Quoc Ngu ein. Sie basiert auf lateinischen Buchstaben und ist bis heute in Verwendung.

Die Tay-Son-Rebellion (ab 1771)

Unzufriedenheit und Hungersnöte führten in der ansonsten friedlichen Periode immer wieder zu Aufständen. Am erfolgreichsten war die so genannte Tay-Son-Rebellion. Drei reiche Brüder aus Tay Son (bei Quy Nhon) – Nguyen Nhac, Lu und Hue – gewannen eine große Anhängerschaft aus Bauern. Ab 1771 eroberten sie mit ihrer Armee in wenigen Jahren große Teile der von den Nguyen kontrollierten Gebiete und töteten fast alle Mitglieder der Herrscherfamilie; der einzige überlebende Nguyen Anh floh ins Ausland.

Daraufhin führte die Tay-Son-Armee Krieg gegen die Trinh im Norden und besetzte 1786 die Hauptstadt Thang Long. Selbst nun einmarschierende chinesische Truppen konnten sie 1789 in der Schlacht von Dong Ha abwehren. Einer der Brüder, Nguyen Hue, ließ sich als Kaiser des Nordens mit dem Namen Quang Trung in Hue nieder. Seine Brüder Nhac und Lu teilten sich das Zentrum und den Süden. Der Tod von Hue und Nhac bereits wenige Jahre später führte zu Instabilität.

Die Nguyen-Dynastie (ab 1802)

Nun ergriff der letzte verbliebene Angehörige der Nguyen-Herrscher die Macht. Mit thailändischer und französischer Unterstützung eroberte Nguyen Anh das ganze Land zurück. Er verlegte die Hauptstadt von Thang Long nach Hue und ließ sich dort 1802 in Hue zum Kaiser Gia Long krönen; es war die letzte Dynastie Vietnams, die bis 1945 dauerte.

Gia Long gab dem Land Vietnam seinen Namen und baute die Straße von Hanoi nach Saigon (er benannte Gia Dinh in Saigon um). In Hue ließ er nach dem Vorbild Beijings einen Kaiserpalast bauen, von dem Teile bis heute zu sehen sind. Bildungssystem und  Verwaltung wurden nun wieder konfuzianisch strukturiert. Während Gia Long ausländischen Händlern und Missionaren gegenüber tolerant war, setzte sein Sohn und Nachfolger Minh Mang (1820 bis 1841) auf Abschottung. Er unterdrückte die Katholiken und beschränkte den Zugang von Ausländern auf Tourane (heute Danang). Seine Nachfolger Thieu Tri (1841-1847) und Tu Duc (1847-1883) führten diese Politik fort. Trotzdem begann 1858 die französische Kolonialzeit.

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