Malaria in Vietnam Drucken

Wie in den meisten Ländern Südostasiens gibt es auch in Vietnam Malariagebiete mit ganzjährigem Risiko. Weite Teile des Landes gelten aber als malariafrei, darunter die großen Städte (außer Ho-Chi-Minh-Stadt), das Rote-Fluss-Delta im Norden sowie die Küste nördlich von Nha Trang. Ein mittleres Risiko besteht an der Küste südlich von Nha Trang, im Mekong-Delta und in den regnerischen Sommermonaten im Nordwesten des Landes. Ein höheres Risiko besteht in den südlichsten Küstenprovinzen des Mekong-Deltas (Ca Mau und Bac-Lieu), in Ho-Chi-Minh-Stadt, in der nordwestlich davon gelegenen Provinz Tay Ninh sowie in den Hochlandprovinzen Dak Lak, Gia Lai und Kon Tum (unter 1.500 Höhenmetern).

Schutz vor Malaria

In Vietnam tritt vor allem die Malaria tropica auf. Sie wird von der weiblichen Anopheles-Mücke übertragen, die in der Dunkelheit aktiv ist. Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin empfiehlt daher, als wichtigste Schutzmaßnahme die Vermeidung von Mückenstichen. Reisende sollten Mückenschutzmittel auf die Haut auftragen, langärmlige Kleidung tragen und (unter am besten imprägnierten) Moskitonetzen schlafen. Sie sind in vielen, auch günstigen Hotelzimmern vorhanden.

Welches Medikament

Darüber hinaus sollte man sich bei einem Tropenmediziner hinsichtlich einer Tabletten-Prophylaxe oder einem Stand-by-Präparat informieren. Für Vietnam (wie auch Kambodscha, Laos, Thailand und Myanmar) wird derzeit generell eine Notfalltherapie (also keine dauerhafte Prophylaxe) mit den Wirkstoffen Atovaquon/Proguanil (Medikament: Malarone) oder mit Artemether/Lumefantrin (Medikament: Riamet) empfohlen. Gegen Mefloquin (Lariam) sind die Mücken in diesen Ländern bereits resistent.

Die Notwendigkeit zur Einnahme von Prophylaxetabletten hängt jedoch vom Malariarisiko in der Reiseregion, der Art und Dauer des Reisens und der Verträglichkeit der Medikamente ab. Generell rät die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin bei Reisen in Malariagebiete mit hohem Risiko zu einer Prophylaxe. In anderen Gebieten sollten sie Prophylaxe-Tabletten als Stand-by-Mittel im Gepäck sein, das im Fall einer Erkrankung eingenommen werden kann.

Malariamedikamente sind verhältnismäßig teuer. Erfreulicherweise übernehmen immer mehr Krankenkassen die Kosten dafür; erkundigen Sie sich daher vor dem Gang in die Apotheke. Abzuraten ist davon, Malariatabletten günstig in Asien zu kaufen, da sie gefälscht, wirkungslos oder schädlich sein könnten. Viele Reisende bieten nach ihrer Rückkehr unbenutzte Tablettenpackungen privat zum Kauf an. Allerdings weiß der Käufer nicht, ob die Tabletten während der Reise adäquat gelagert worden sind.

In Vietnam werden jährlich viele 10.000 Fälle von Malaria gemeldet. Daher erkennen vietnamesische Ärzte die Symptome von Malaria – beispielsweise Schüttelfrost, Gelenkschmerzen oder Brechreiz – schnell. Da die Inkubationszeit bis zu mehrere Monate lang sein kann, sollte man bei ähnlichen Symptomen seinen Hausarzt auf eine mögliche Malaria hinweisen.

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