Zitadelle in Hanoi gehört nun zum Weltkulturerbe Drucken

2010-08-03 Die UNESCO hat die Zitadelle in Hanoi zum Weltkulturerbe erklärt. Die kaiserliche Zitadelle von Thang Long, die im 11. Jahrhundert in der Ly Viet Dynastie entstanden war, markiert den Beginn der Unabhängigkeit Vietnams.

Cat Co Flaggenturm in Hanoi © UnescoDie Zitadelle mit der Verbotenen Stadt ließen die ersten vietnamesischen Kaiser nach dem Vorbild Beijings erbauen. Sie war Sitz der Herrscher der Ly-, Tran- und Le-Dynastien. Hanoi hieß damals Thang Long ("Aufsteigender Drache") und war von 1010 bis 1802 Hauptstadt, als die Kaiser ihren Sitz nach Hue verlegten. Zuvor stand auf dem rund einen Quadratkilometer großen Gelände nahe des Roten Flusses ein chinesisches Fort aus dem 7. Jahrhundert. Somit stellte dieser Ort fast 13 Jahrhunderte lang ein Zentrum politischer Macht dar.

Die Zitadelle ist Ende des 19. Jahrhunderts weitgehend zerstört worden, als die Franzosen in der Kolonialzeit Kasernen auf dem Gelände einrichteten. Lediglich weite Teile der Mauer und der 33 Meter hohe Flaggenturm Cot Co, der erst 1812 gebaut wurde, sind erhalten geblieben. Heute nutzt das vietnamesische Militär das Areal. 2003 haben auf einem Grundstück an der Hoang Dieu Street Ausgrabungen begonnen, die Tausende Relikte aus Porzellan, Metall und Holz zu Tage gefördert haben.

Für Besucher ist das Gelände der Zitadelle, das zwischen der Altstadt und dem Mausoleum liegt, heute nur an zwei Stellen zugänglich. Der Flaggenturm bietet einen guten Überblick über die Umgebung. Das Museum für Militärgeschichte ist in französischen Kolonialgebäuden untergebracht (Eintritt 20.000 Dong).

Auf ihrer diesjährigen Konferenz in Brasilia hat die UNESCO-Kommission insgesamt 21 neue Kultur- und Naturstätten in die Liste der Welterbestätten aufgenommen. In Asien kamen unter anderem die historischen Stätten von Dengfeng (China), die koreanischen Clan-Dörfer Hahoe und Yangdong und das Danxia-Gebirge (China) dazu.

Foto: UNESCO