Sehenswürdigkeiten in Ho-Chi-Minh-Stadt Drucken

Das Rathaus von Ho-Chi-Minh-Stadt © Gaston RothDie Hauptattraktionen der Innenstadt liegen entlang eines kurzen Spazierweges. Feinste Kolonialarchitektur zeigen das Rathaus, das Stadttheater, die Hauptpost, die St.-Marien-Kathedrale und viele Villen in der Nähe. Die Flaniermeile Dong Khoi und der Ben-Thanh-Markt, der bekannteste Markt der Stadt, sind die ersten Adressen für Einkaufstouren. Unweit steht in einer großen Parkanlage der Wiedervereinigungspalast, eine Straße weiter das bewegende Kriegsrelikte-Museum. Eine kurze Taxifahrt entfernt liegt die Chinatown Cholon mit zahlreichen Märkten und jahrhundertealten, reich verzierten Tempeln und Pagoden.

Französische Kolonialarchitektur

In der Kolonialzeit ließen die Franzosen in Ho-Chi-Minh-Stadt zahlreiche repräsentative Gebäude errichten, die sich im heutigen Innenstadtbereich befinden. Am Pariser Platz thronen die St.-Marien-Kathedrale ("Notre Dame") und die Hauptpost, die beide vom Anfang der 1890er Jahre stammen. Wenige Fußminuten entfernt befindet sich das Opernhaus von 1900, das heute als Stadttheater dient, sowie die beiden bekanntesten Hotels ihrer Zeit: Das Continental Hotel von 1880 direkt neben dem Theater und das Majestic Hotel von 1925 am Ufer des Saigon-Flusses, die beide bis heute Gäste empfangen. In den umliegenden Straßen des alten Stadtkerns sind zahlreiche Villen zu sehen, die hervorragend renoviert heute meist gehobene Restaurants beherbergen. Anfang des 20. Jahrhunderts entstand das Rathaus, das heute - gemeinsam mit der Statue von Ho Chi Minh in dem davor liegenden Park - eines der beliebtesten Fotomotive der Stadt darstellt.

Flaniermeile und Märkte

Die Dong Khoi, die schon zur Kolonialzeit die Flaniermeile Saigons war, ist die Adresse der teuersten Boutiquen der Stadt. Bekleidungs- und Seidengeschäfte, Galerien, Schönheitssalons, Restaurants und Kaffeehäuser wechseln sich ab mit Souvenirshops, die allerdings wesentlich teurer sind als in den Nebenstraßen.

Der bekannteste Markt der Stadt ist der Ben-Thanh-Markt, einen Kilometer südwestlich der Dong Khoi nahe dem Backpackerviertel liegt. In den zahlreichen Gängen der Markthalle kann man stundenlang in den Ständen mit Kleidung, Seide, Taschen, Handgemachtem aus den Minderheitendörfern und Souvenirs stöbern, fehlende Gegenstände für die Reise kaufen (wie Handtücher und Duschgel) und an den Essbuden örtliche Leckereien probieren. Auch auf dem Binh-Tay-Markt in Cholon lässt sich herrlich nach Mitbringseln und Alltagsgegenständen suchen. Wer an Antiquitäten interessiert ist, findet in der Straße Le Cong Kieu (nahe dem Kunstmuseum) eine Riesenauswahl.

Die Museen und der Wiedervereinigungspalast

Eine der Hauptsehenswürdigkeiten von Ho-Chi-Minh-Stadt ist der Wiedervereinigungspalast. Der frühere Präsidentenpalast Südvietnams aus den 1960er Jahren war Schauplatz vom Ende des Vietnamkrieges. Die nordvietnamesischen Panzer, die am 30. April 1975 die Umzäunung durchbrachen, stehen noch heute auf dem Gelände. Große Teile des fünfstöckigen Palastes sind für die Öffentlichkeit zugänglich, darunter die Kommandozentrale, den Konferenzraum, das Arbeitszimmer und Privaträume des Präsidenten.

Nebenan befindet sich eines der am meisten besuchten und bewegendsten Museen Ho-Chi-Minh-Stadts, das Kriegsrelikte-Museum (War Remnants Museum). Das bereits kurz nach Kriegsende 1975 eröffnete Museum zeigt vor allem Fotos von Kriegsverbrechen und Opfern des Vietnamkrieges. Im Außenbereich sind Panzer, Hubschrauber, Bomben und ein Nachbau der berüchtigten Tiger-Käfige südvietnamesischer Gefängnisse zu sehen.

Kultur- und Geschichtsfans kommen in den zahlreichen Museen auf ihre Kosten, die in sehr schönen Kolonialgebäuden untergebracht sind. Das Museum der schönen Künste (Fine Arts Museum) zeigt eine Mischung aus Kunstwerken aus dem 7. bis 20. Jahrhundert sowie moderne Gemälde. Das Geschichtsmuseum (Museum of Vietnamese History) zeigt Kunstgegenstände aus der Bronzezeit, von den einstigen Hochkulturen der Region (wie den Cham) und der Königs-Dynastien. Es ist im ehemaligen Gebäude der Gesellschaft für Südostasienstudien von 1929 beheimatet. Das alte Zollhaus von 1863 enthält heute das Ho-Chi-Minh-Museum, das persönliche Gegenstände und Fotos des ehemaligen Präsidenten zeigt. Der ehemalige Sitz des Gouverneurs von Cochinchina ist heute das Ho-Chi-Minh-Stadt-Museum.

Die Parks und Gärten

Die Parkanlagen rund um den Wiedervereinigungspalast sind eine zwölf Hektar große Ruheoase inmitten der Innenstadt. Im Park zwischen dem Palast und der Kathedrale kann man spazieren und auf einer der Bänke unter den Bäumen eine Pause einlegen. Der ebenfalls mit schönen Bäumen bepflanzte Cong Vien Van Hoa Park hinter dem Palast ist ein wahrer Sporttreff. Hier treffen sich Jogger, Badmintonspieler und Aerobictänzer, und es gibt ein Freibad, Tennisplätze und ein Fußballfeld.

Nördlich der Innenstadt befinden sich der Zoo und der Botanische Garten. Auf 20 Hektar leben unter anderem Elefanten, Nilpferde, Raubkatzen, Wildtiere, Reptilien und Affen. Im 1864 angelegten Botanischen Garten sind über hundert Jahre alte Bäume, Orchideen- und Kakteengärten und Lotusteiche mit Fischen zu sehen.

Die Chinatown Cholon

Im Stadtteil Cholon gibt es neben zahlreichen chinesischen Geschäften, Restaurants und Märkten acht Pagoden zu sehen. Denn jede Gruppe Einwanderer, die aus unterschiedlichen Regionen Südchinas stammen, hat sich seinerzeit ihr eigenes Gotteshaus errichtet. Am bekanntesten ist die Jadekaiser-Pagode (Phuoc Hai Tu). Kantonesen haben die bunte, mit vielen Statuen und Schnitzereien verzierte Anlage 1909 zu Ehren von taoistischen, konfuzianischen und buddhistischen Gottheiten gebaut. Die Thien-Hau-Pagode, die ihre kantonesischen Erbauer der Schutzpatronin der Seefahrer gewidmet haben, ist mit Wandbildern verziert; an den Decken vor den Altären und im Innenhof hängen zahlreiche Räucherspiralen. Die buddhistische Quan-Am-Pagode, die Immigranten aus Fukien gebaut haben, hat ein auffälliges Eingangstor, bunte Wandreliefs, einen Garten mit Lotusteichen und einen der Göttin der Barmherzigkeit gewidmeten Altarraum.
Tipp: Auf einem gut zwei Kilometer langen Spaziergang vom Binh-Tay-Markt zum An-Dong-Markt lassen sich fast alle Pagoden, zwei Kirchen und eine Moschee besichtigen.