Sehenswürdigkeiten in Hanoi Drucken

Die Oper in Hanoi © Gaston RothDer Literaturtempel, der Hoan-Kiem-See mit der Pagode, das Ho-Chi-Minh-Mausoleum und das Wasserpuppentheater stehen – neben der Altstadt – wohl auf der Liste jedes Besuchers. Auch die  französischen Kolonialgebäude sind sehenswert: die Kathedrale, die Oper, das Geschichtsmuseum, das Gästehaus der Regierung, das Metropole-Hotel und die ockerfarbenen Stadtvillen. Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen nahe beieinander, so dass sie zu Fuß oder mit einer kurzen Motorradtaxifahrt erreichbar sind.

Die Altstadt

Die nördlich des Hoan-Kiem-Sees gelegenen Gassen sind heute der pulsierendste Stadtteil voller Geschäfte, in denen Reisende vor allem Souvenirs, Kleidung, Schuhe, Taschen, Bücher und CDs einkaufen. Auch sind hier viele Restaurants, Kneipen, Hotels, Reisebüros und einige traditionelle Handwerksbetriebe angesiedelt. Denn einst war das Viertel den 36 Handwerkszünften vorbehalten, die noch heute an den Straßennamen zu erkennen sind; so steht die Hang Bac für Silberschmiede, die Hang Ma für Papiermacher und die Hang Dao für Seidenschneidereien.

Tipps: An den Wochenenden verwandeln sich einige dann für den Verkehr gesperrten Straßen zu einem bunt beleuchteten Nachtmarkt. Der überdachte Dong-Xuan-Markt bietet sich für Einkaufstouren an, vor allem bei Regen und um dem Verkehr zu entgehen. Am Ufer des Hoan-Kiem-Sees befindet sich das Wasserpuppentheater, das es nur in Vietnam gibt. In einem faszinierenden Schauspiel zeigen bunt bemalte, mit langen Stangen in einem Wasserbecken geführte Holzpuppen – begleitet von Orchestermusik –  Geschichten aus dem Landleben lange vergangener Zeiten.

Die Tempel

Hanois größter und bekanntester Tempel ist der fast tausend Jahre alte Literaturtempel. Zwischen 1070 und 1807 diente der konfuzianische Tempel als wichtigste Universität des Landes. Er besteht bis heute aus mehreren exzellent erhaltenen Tempelgebäuden, Türmen und Toren, die durch gepflegte Höfe und Gärten verbunden sind.

Auf einer kleinen Insel im Hoan-Kiem-See befindet sich der Jadeberg-Tempel (Den Ngoc Son), zu dem eine auffällige rote Brücke führt. Wie in den meisten Tempeln Hanois, besuchen viele vietnamesische Gläubige die kunstvolle kleine Anlage, von der man einen entspannenden Blick auf den See genießt. Am Westsee befinden sich zwei weitere sehenswerte Tempel. Die auf einer Palmeninsel gelegenen Tran-Quoc-Pagode, die älteste buddhistische Pagode des Landes (aus dem 6. Jahrhundert), hat einen zwölfstöckigen Turm und viele Stupas. Der taoistische Quan-Thanh-Tempel aus dem 11. Jahrhundert ist durch die fast vier Meter hohe Bronzestatue des Schutzheiligen Tran Vu und einen ausladenden Feigenbaum geprägt. Darüber hinaus gibt es in jedem Stadtteil Tempel und Pagoden, die zu einer interessanten und oft kostenlosen Besichtigung einladen.

Französische Kolonialarchitektur

Während der französischen Kolonialzeit entstanden in Hanoi ab 1884 zahlreiche repräsentative Gebäude. Östlich des Hoan-Kiem-Sees befindet sich an der Ngo Quyen die ehemalige Residenz des französischen Gouverneurs. Das neogotische, 1919 gebaute und herausgeputzte Haus nutzt die Regierung heute als Gästehaus. Gegenüber steht das Hotel Metropole, das beste Kolonialhotel Hanois, das 1910 seine Türen öffnete.

Südlich des Hotels verläuft die Straße Trang Tien, an der noch heute französische und Eis-Cafés existieren. An einem großen Platz thront die Oper, die 1911 nach dem Vorbild der Pariser Opera Garnier eröffnete. Im weiteren Straßenverlauf ist das prunkvolle Gebäude der ehemaligen Ecole d'Èxtreme Orient zu sehen, das zunächst das französische Konsulat beherbergte und heute als besuchenswertes Geschichtsmuseum dient. Vis-a-vis steht das ehemalige Zollhaus, heute Sitz des Revolutionsmuseums.

Westlich vom Hoan-Kiem-See befindet sich in einer Alleen-Gegend die St.-Josephs-Kathedrale von 1886. Generell erinnern die baumgesäumten größeren Straßen und die Parks an die Pariser Boulevards. Die ockerfarbenen, französischen Kolonialvillen sind im gesamten Innenstadtbereich zu entdecken. Besonders schön sind Villen entlang der Alleen in der Umgebung der Zitadelle und der Präsidentenpalast nördlich des Ho-Chi-Minh-Mausoleums, der den Generalgouverneuren als Dienstsitz gedient hatten.

Erfahren Sie mehr über die französische Kolonialzeit im 19. Jahrhundert und im 20. Jahrhundert >

Die Museen

Hanois wohl interessantestes Museum liegt sieben Kilometer außerhalb der Stadt. Das Ethnologische Museum führt Besucher in die Welt der über 50 ethnischen Minderheitenvölker Vietnams ein, die im Nordwesten Vietnams und im Zentralen Hochland leben. Das Freilichtmuseum zeigt die Häuser unterschiedlicher Minderheiten, im Museumsinneren sind traditionellen Trachten, Werkezeuge und Videos aus dem Alltagsleben zu sehen. Das Geschichtsmuseum östlich des Hoan-Kiem-Sees zeigt eine imposante Ausstellung, die von prähistorischen Trommeln über Cham-Kunst bis zu Steinarbeiten aus dem Mittelalter reicht. Das Museum der schönen Künste, das sich gegenüber dem Literaturtempel befindet, zeigt vietnamesische Kunst aus zwei Jahrtausenden. Zu sehen sind alte Trommeln, Statuen und Holzschnitzereien sowie aus dem 20. Jahrhundert Lackarbeiten, Öl- und Seidenmalereien. Wer sich für die Geschichte der Vietnamkriege interessiert, dem sei ein Besuch im Armeemuseum in der Zitadelle am Flaggenturm empfohlen.

Das Ho-Chi-Minh-Mausoleum

Lange Schlangen stehen vormittags vor den Sicherheitskontrollen des Mausoleums, denn tagtäglich möchten viele Vietnamesen Ho Chi Minh die Ehre erweisen. Hier hat der 1969 verstorbene Präsident einbalsamiert in einem großen Glaskasten die letzte Ruhe gefunden. In der schönen Parkanlage des Mausoleums, durch den die Besucher anschließend geleitet werden, befindet sich die Rekonstruktion der Ein-Säulen-Pagode aus dem 11. Jahrhundert, eines der Wahrzeichen Hanois. Auch Ho Chi Minhs Wohnhaus, in dem er in den 1950er und 60er Jahren lebte und arbeitete, kann man besichtigen.

Die Seen

Der in der Innenstadt gelegene Hoan-Kiem-See hat entlang des Ufers einen Spazierweg und viele Bänke zum Verweilen. Hier kann man morgens Vietnamesen beim Frühsport zusehen, sieht sich tagsüber aber von fliegenden Händlern umringt. Der „See des zurückgegebenen Schwertes“ erhielt seinen Namen aufgrund einer Sage, in der eine Schildkröte dem Grundbesitzer Le Loi ein magisches Schwert verlieh, mit dem er die Chinesen vertrieb; als Dank ließ er den Schildkrötenturm bauen, der noch heute auf einer kleinen Insel im See thront.

Ruhiger ist es an der Flaniermeile zwischen dem kleinen Truc-Bach-See und dem großen Westsee. An den baumgesäumten Ufergehwegen gibt es Restaurants, Cafés, Eisbuden und Tretbootverleiher.

Foto: Gaston Roth/ Vietnamtravelinfo