Das hat die Stadt zu bieten Drucken

Tempel und Luxushotel am Ufer des Westsees © Gaston RothAuch wenn die Moderne vor vielen Jahren mit glitzernden Bürogebäuden und neuen Hotels Einzug gehalten hat: Hanoi hat sich seinen althergebrachten Charme und eine gewisse Gemütlichkeit bewahrt. Rund um den malerischen Hoan-Kiem-See erstrecken sich die geschäftigen Gassen der Altstadt und ruhige Alleen und Plätze mit französischen Kolonialvillen. Inmitten des pulsierenden Großstadtlebens stehen konfuzianische Tempelanlagen. In die alten Geschäftshäuser sind Restaurants, Cafés und Kneipen eingezogen.

Das Besondere an Hanoi

In Hanoi gewinnen die fast alle Vietnamreisenden ihre ersten oder abschließenden Eindrücke. Die Stadt wirkt anfangs zwar laut und hektisch, aber wer sich einfach durch die Straßen treiben lässt, stellt auch hier rasch fest: Die Vietnamesen lassen sich gerne Zeit für den Frühsport am Morgen, ein Schwätzchen zwischendurch und ein Essen mit Freunden. Hanoi ist keine historische Kulisse; in den alten Tempeln, Parks, Straßenzügen, Geschäftshäusern und Restaurantvillen findet das wahre Alltagsleben statt – in das die Vietnamesen die Reisenden auch in Hanoi immer wieder gerne einbeziehen.

Eine Mischung aus tausend Jahren

Wie das Kapitel über die Sehenswürdigkeiten zeigt, haben viele Epochen Hanoi geprägt. Aus der Anfangszeit der Stadt, die vor genau tausend Jahren gegründet wurde, stammen die Zitadelle sowie einige Tempel und Pagoden und in ihrer Umgebung. Gläubige besuchen den Literaturtempel, den Quan-Thanh-Tempel am Westsee und kleinere Anlagen bis heute für ihre täglichen Gebete und Opfergaben.

Östlich der Zitadelle, dem damaligen Sitz der Herrscher, siedelten sich Händler und Handwerker an. Im Stadtkern schlossen sich im späten Mittelalter die Handwerker zu verschiedenen Zünften zusammen, die sich jeweils an eine der 36 Straßen niederließen. Die Straßennamen setzen sich aus dem Wort „Hang“ (für „Ware“) und der jeweiligen Zunft oder des Produktes zusammen. Auch wenn einige traditionelle Betriebe nach wie vor existieren, haben sich die Familien der Altstadt heute zum Großteil auf Touristen eingestellt und betreiben Shops, Restaurants, Pensionen und Reisebüros.

Während der Kolonialzeit im 19. und 20. Jahrhundert erhielt Hanoi einen starken französische Einfluss, der die Stadt bis heute prägt. Vor allem südlich und westlich des Hoan-Kiem-Sees entstanden großzügige, baumbewachsene Boulevards mit zahlreichen ockerfarbenen Villen, die heute Wohnungen, Restaurants oder kleine Hotels beherbergen. In der St.-Josephs-Kathedrale finden täglich mehrere Messen statt. Auch die Prachtbauten südöstlich des Hoan-Kiem-Sees sind nach wie vor im Betrieb, darunter die Oper, das Hotel Metropole, das Gästehaus der Regierung und das Geschichtsmuseum.

In den vergangenen Jahrzehnten sind in Hanoi überwiegend sozialistische und moderne Gebäude gebaut worden. Sehenswerte sozialistische Architektur zeigen die Außenhandelsbank, das Rathaus, die Hauptpost am Hoan-Kiem-See und das Ho-Chi-Minh-Mausoleum. Vor allem in den vergangenen zehn Jahren hat die Moderne in Hanoi Einzug gehalten. Es gibt kaum eine Ecke, in der nicht in atemberaubenden Tempo pseudo-klassische Wohngebäude, Apartment- und Einkaufskomplexe entstehen. Bürohochhäuser ragen aus dem Häusermeer der Sieben-Millionen-Einwohner-Stadt hervor. Für die steigende Zahl ausländischer Touristen und Expatriates, die sich in Hanoi niederlassen, gibt es mittlerweile viele gehobene Wohnanlagen, neue Pensionen und Luxushotels.

Foto: Gaston Roth/ Vietnamtravelinfo